Pro-Ject Open: Behrmann unterliegt erst im Finalkrimi
Ein würdiger Finaltag zum Abschluss der Pro-Ject Open in Mistelbach: Rund 300 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten am Sonntag das Herreneinzelfinale und sahen ein hochklassiges und spannendes Duell zwischen dem erst 18-jährigen Österreicher Thilo Behrmann (ATP 1929) und dem an Nummer drei gesetzten Ukrainer Nikita Mashtakov (ATP 663). Für Behrmann war es bei seinem zweiten internationalen Herrenturnierstart in seiner jungen Karriere gleich die erste Finalteilnahme. Der beste österreichische U18-Spieler, aktuell Nummer sieben der Jugendweltrangliste, startete stark in die Partie und gewann den ersten Satz mit 6:2. Mashtakov fand anschließend jedoch immer besser ins Spiel und drehte die Partie mit enormem Kampfgeist und dank gewaltiger Defensivarbeit. Der Ukrainer entschied den zweiten Satz mit 6:3 für sich und setzte sich schließlich auch im entscheidenden dritten Set mit 6:4 durch.
Bis zum 4:4 im dritten Durchgang war die Titelentscheidung völlig offen verlaufen. Erst ganz im Finish hatte Mashtakov den längeren Atem und ließ sich nach dem verwerteten Matchball zu seinem dritten internationalen Herrenturniergewinn erleichtert aufjubelnd in den Sand des Centercourts am UTC Mistelbach fallen. Behrmann blieb indes zwar der erste Profititel noch verwehrt, dennoch darf der Teenager auf eine herausragende Turnierwoche zurückblicken. Besonders mit seinem aggressiven Spiel zeigte sich der Schützling aus der Thiem Academy Burgenland während der gesamten Woche sehr zufrieden. Auch im Finale blieb er seiner offensiven Spielweise treu und lieferte sich mit Mashtakov einen sehenswerten Schlagabtausch. Mashtakov durfte sich neben dem Pokal auch über einen besonderen Preis freuen: Als Sieger der Pro-Ject Open 2026 nahm er einen Plattenspieler von Pro-Ject mit nach Hause – passend zum Namensgeber des Events. Behrmann darf dafür mit einem großen Sprung in der Weltrangliste rechnen. Er wird sich im ATP-Ranking am 31. August um knapp 700 Plätze verbessern, auf eine Position um 1245.
Auch das Herrendoppel hatte am Samstag ein spannendes Ende parat gehabt. Das US-amerikanische Duo Theodore Dean und Aadarsh Tripathi hatte sich im Finale gegen die Slowaken Tomás Lánik und Radovan Michalik durchgesetzt. Nach einem 2:6 im ersten Satz, einem 7:6 (4) im zweiten Durchgang und einem anschließenden 10:4 im Match Tiebreak war der Doppeltitel an die USA gegangen. Besonders erfreulich war, dass auch Christiane Teschl-Hofmeister, Landesrätin in der niederösterreichischen Landesregierung, dieses Spiel mitverfolgte und die Siegerehrung übernahm.
Spieler schwärmen vom Turnier
Nicht nur die Zuschauer:innen zeigten sich vom Turnier begeistert. Auch die Spieler lobten die Veranstaltung in Mistelbach in den höchsten Tönen. Die Bedingungen, die Organisation und die Atmosphäre wurden von den Teilnehmern teilweise mit jenen eines ATP-Challenger-Turniers verglichen. Für Hauptsponsor Heinz Lichtenegger, CEO von Pro-Ject, ist das eine besondere Auszeichnung. Nach dem gelungenen Turnier freut er sich bereits auf eine Neuauflage im kommenden Jahr. Die Pro-Ject Open haben eindrucksvoll gezeigt, dass auch in Mistelbach internationales Herrentennis auf höchstem Niveau möglich ist. Der Finaltag mit rund 300 Zuschauer:innen bildete den krönenden Abschluss einer Turnierwoche, die nicht nur sportlich spannende Matches, sondern auch eine ganz spezielle Atmosphäre auf der Anlage des UTC Mistelbach bot.