Oberösterreichischer Tennisverband
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Upper Austria Ladies Linz: Nervenstarke Tagger gegen Potapova ums Halbfinale

Erstere fixiert mit ihrem sensationellen Viertelfinaleinzug den erstmaligen Sprung unter die Top 100 der Welt.
Verfasst von: Presseaussendung / Redaktion, 09.04.2026
© GEPA pictures / Alexander Solc
Doppelpartnerinnen und jetzt Einzelgegnerinnen beim WTA-500-Event in Oberösterreichs Landeshauptstadt: Lilli Tagger (links) und Anastasia Potapova (rechts).

Österreichs Damentennis freut sich auf einen echten Feiertag! Im Viertelfinale des Upper Austria Ladies Linz treffen mit Lilli Tagger und Anastasia Potapova zwei Österreicherinnen aufeinander. Dementsprechend wird erstmals seit dem Jahr 1997 wieder eine Lokalmatadorin im Einzelhalbfinale der größten österreichischen Frauensportveranstaltung stehen. Anastasia Potapova (WTA 97), Linz-Siegerin von 2023, gewann ihr Achtelfinale gegen Tamara Korpatsch aus Deutschland (WTA 109) am späten Donnerstagabend souverän mit 6:2, 6:1. Zuvor hatte Lilli Tagger ihrem Linz-Märchen ein weiteres Kapitel hinzugefügt. Die 18-jährige Osttirolerin (WTA 117) hatte bei ihrem 6:2,-7:6-(11)-Sieg über die Russin Liudmila Samsonova (WTA 21) das Design Center Linz regelrecht erbeben lassen und für eine rot-weiß-rote Tennissternstunde gesorgt.

Tagger macht es spannend – „Die Tickets müssen sich doch auszahlen, oder?“

Während Tagger bis Mitte des zweiten Satzes fast perfektes Tennis spielte, hatte die an Position drei gesetzte Samsonova in ihrem ersten Turniermatch Mühe, in den Rhythmus zu finden. Außerdem fehlte ihr nach fünf Niederlagen in Folge auch das nötige Selbstvertrauen. Tagger lief derweil zur Galaform auf und feierte sogar während des Seitenwechsels bei der „Lilli La Ola“, die durch das Design Center Linz schwappte, mit. Gerade in der entscheidenden Phase des zweiten Satzes fand Samsonova ein deutlich besseres Timing auf ihrer Vorhand, breakte Tagger, als diese gerade zum Match servierte, und zwang die Partie in ein Tiebreak. Jetzt kam erneut die erstaunliche mentale Stärke Taggers zum Tragen. Sie hatte es wie schon in Runde eins gegen die spanische Ex-Weltranglistenzweite Paula Badosa richtig spannend gemacht. „Die Tickets müssen sich doch auszahlen, oder?“, sagte die Lienzerin in ihrem On-Court-Interview lachend zu Turnierbotschafterin Barbara Schett-Eagle. Zuvor hatte sie acht Satzbälle abgewehrt und unter dem Jubel der mehr als 2000 begeisterten Fans selbst ihren vierten Matchball verwandelt. Das Design Center Linz war ein echter Hexenkessel.

„Es war ein wirklich verrücktes Spiel, aber ich glaube, ich habe es sehr gut gemanagt, auch mit Hilfe des Publikums. Es fühlt sich für mich wie ein Traum an. Ich habe es noch nicht realisiert. Aber ich spiele gerade mein bestes Turnier auf diesem Niveau“, bilanzierte die ÖTV-Spielerin, nachdem sie zum ersten Mal in ihrer Laufbahn eine Top-30-Spielerin bezwungen hat. Tagger hat mit diesem Erfolg gleich mehrere weitere Karrieremeilensteine gesetzt. Am kommenden Montag wird sie als 21. Österreicherin erstmals unter den besten 100 Spielerinnen der Welt gelistet sein, außerdem wird sie bei den French Open in Paris zum ersten Mal im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers aufschlagen.

2 Österreicherinnen im Viertelfinale – Potapova „sehr stolz darauf“

Zunächst steht aber am Freitag (drittes Match nach 13:00 Uhr, live in ORF 1) ihr Viertelfinale beim Upper Austria Ladies Linz gegen ihre Doppelpartnerin und Landsfrau Potapova im Mittelpunkt. Die 25-jährige Potapova zeigte gegen Qualifikantin Korpatsch eine beeindruckende Vorstellung. Die Neo-Österreicherin machte allein über ihre starke Rückhand acht direkte Punkte und war bis auf eine kurze Schwächephase im Schlussspurt, als sie noch einmal ihren Aufschlag verlor, die klar bessere Spielerin. „Gestern war ich ziemlich nervös. Heute war es deutlich besser. Ich bin froh, hier wieder im Viertelfinale zu sein. Ich habe heute sehr variabel gespielt. Das war sicher einer der Schlüssel zum Sieg. Es ist unglaublich, dass jetzt zwei Österreicherinnen in Österreich im Viertelfinale gegeneinander spielen. Ich bin sehr stolz darauf“, resümierte Potapova. Im Doppelbewerb ist die rot-weiß-rote Beteiligung hingegen leider Vergangenheit. Julia Grabher und Sinja Kraus verloren am Donnerstagabend ihr Viertelfinalspiel gegen die Tschechinnen Jesika Malecková und Miriam Skoch knapp mit 6:3, 2:6 und 6:10 im Match Tiebreak.

Im Duell der ehemaligen Einzelturniersiegerinnen hat Karolina Plísková, die 2014 in Linz gewonnen hatte, die leicht angeschlagene Titelverteidigerin Ekaterina Alexandrova aus Russland (WTA 13) entthront. Nach genau einer Stunde setzte sich die Tschechin (WTA 258) deutlich mit 6:1, 6:3 durch und feierte nach langer Verletzungspause ihren ersten Top-20-Sieg seit Sommer 2024. Plísková spielt im Viertelfinale gegen Donna Vekić, die bereits vor zwei Jahren im Halbfinale gestanden war. Diesmal war die Kroatin (WTA 104) durch die Qualifikation marschiert und profitierte am Donnerstag davon, dass Anhelina Kalinina aus der Ukraine (WTA 120) aufgrund einer Erkrankung nicht zum Achtelfinale antreten konnte. Eröffnet wird der Turnierfreitag um 13:00 Uhr mit der Partie zwischen der viertgereihten Lettin Jelena Ostapenko (WTA 23), der Turniersiegerin von 2024, und der Rumänin Elena-Gabriela Ruse (WTA 87), ehe die topgesetzte Russin Mirra Andreeva (WTA 10) im Anschluss die fünftgelistete Rumänin Sorana Mihaela Cirstea (WTA 29) fordert.

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